Diagnose der drohenden Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung)

Bei einer Präeklampsie tritt in der zweiten Schwangerschaftshälfte hoher Blutdruck, verbunden mit einer vermehrten Ausscheidung von Eiweiß über die Nieren auf. Gleichzeitig kommt es zu einer verminderten Durchblutung des Mutterkuchens, der das ungeborene Kind versorgt.
In besonders schweren Fällen kann es zu einer Störung der Leber- oder Nierenfunktion, zu Beeinträchtigungen des blutbildenden Systems (Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) und des Nervensystems (bis hin zu Krampfanfällen) kommen.
Beim Kind führt die Präeklampsie häufig zu niedrigem Geburtsgewicht und Lungenproblemen sowie zu Wachstumsstörungen im Mutterleib. Nicht selten ist es notwendig, eine vorzeitige Entbindung, oft auch als Frühgeburt, einzuleiten, um Gefahr für das Leben von Mutter und Kind abzuwenden. (Textquelle Labor Enders).

Seit kurzem stehen für die Diagnose der akuten oder drohenden Präeklampsie zwei Marker aus dem mütterlichen Blut zur Verfügung:

sFlt-1 („soluble fms-like tyrosine kinase-1“) hemmt das Gefäßwachstum der Plazenta (Mutterkuchen), PlGF („placental growth factor“) fördert es. Ist das Verhältnis von sFlt-1 zu PlGF über einen Faktor von 85 zugunsten von sFlt-1 verschoben, spricht dies für ein hohes Risiko für eine manifeste oder drohende Präeklampsie. Ein erhöhter sFlt-1/PlGF-Quotient geht dem klinischen Auftreten einer Präeklampsie bis zu 5 Wochen voraus.

Die frühzeitige Erkennung einer Präeklampsie ermöglicht u. a. die rechtzeitige Vorbereitung einer Entbindung des häufig unreifen Feten und ermöglicht so das Einleiten von Maßnahmen zur Förderung der fetalen Lungenreife, maternale Anfalls­prophylaxe und antihypertensiver Therapie der Schwangeren. (Textquelle Labor Enders).